Studie belegt: Oxytocin als Mittel bei "männlichem Misstrauen" wirksam

Warum vertrauen manche Menschen anderen nur ungern – und lässt sich das ändern? Genau dieser Frage sind FWW-Professor Bodo Vogt und Dr. Paul Bengart, Mitarbeiter seines Lehrstuhls, gemeinsam mit Kolleg:innen aus Belgien und der Schweiz nachgegangen. Die überaus interessanten Ergebnisse ihrer Studie wurden nun kürzlich in einer höchst angesehenen Fachzeitschrift veröffentlicht, den Proceedings of the National Academy of SciencesVogt/Bengart/Declerck/Fehr: "Oxytocin increases trust in men low in dispositional trust"(PNAS, vol. 123, no. 32).

Im Zentrum der Untersuchung steht das sog. Kuschelhormon Oxytocin, das im Körper unter anderem bei Nähe und Bindung ausgeschüttet wird. Paul Bengart und Bodo Vogt (OVGU) wollten zusammen mit Carolyn Declerck (Uni Antwerpen) und Ernst Fehr (Uni Zürich) herausfinden, ob dieses Hormon Menschen tatsächlich vertrauensvoller macht. Dafür führten sie ein aufwendiges Experiment mit 359, einer Voruntersuchung zufolge mit einer "low disposition of trust" ausgestatteten Männern durch. Ein Teil der Teilnehmer bekam Oxytocin als Nasenspray verabreicht, der andere Teil ein Placebo, ohne dass die Teilnehmer wussten, was sie bekommen hatten. Anschließend spielten sie ein sog. Vertrauensspiel, bei dem sie echtes Geld an eine fremde Person weitergeben konnten in der (mehr oder weniger vagen) Hoffnung, später mehr davon zurückzubekommen.

Das Ergebnis: Besonders Männer, die der Vorerhebung zufolge als relativ misstrauisch galten, vertrauten nach der Oxytocin-Gabe deutlich mehr. Rund 20 Jahre bisheriger Forschung auf diesem Themenfeld hatten noch zu den unterschiedlichsten, d. h. wenig eindeutigen Ergebnissen geführt. Nun scheint die Sache entschieden: Die Wirkung von Oxytocin im Experiment hängt davon ab, ob Menschen grundsätzlich eher nicht vertrauen oder eben vertrauen. 

Letzte Änderung: 13.08.2026 -
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